Die Kolonie Weizenfeld war eine der Tochterkolonien und wurde 1847 gegründet (Kapitel 4.6). Der Standort der neuen Kolonie lag etwa 50 Kilometer südlich der Kolonie Schultz und etwa 60 Kilometer östlich von Pokrowsk am linken Ufer des Flusses Nakhoi (einem Nebenfluss des Bolschoi Karaman). Die Kolonie lag an der Postroute von Saratov nach Novouzensk. Die Kolonie wurde von 35 lutherischen Familien (etwa 350 Personen) aus 9 Mutterkolonien (Swede, Niedermonzhu, Enders, Krasny Yar, Rosenheim, Reinwald, Fischer, Schultz und Orlovskaya) gegründet.
Einige Jahre später wurden gegenüber von Weitzenfeld am rechten Ufer des Nahoy zwei weitere Tochterkolonien, Rosenfeld (1857) und Gnadendorf (1857), gegründet.
Laut der Ersten Revision von 1850 in der Kolonie Weizenfeld waren Heinrich "Herr" (1781) und seine Frau Anna Maria (1789) die ersten, die 1848 in die Kolonie Weizenfeld auswanderten und ihren ältesten Sohn Kaspar und dessen Familie sowie ihren jüngsten Sohn Heinrich "junior" und dessen Familie mitnahmen. Heinrich "senor" erhielt zusammen mit seinem ältesten Sohn Kaspar den Hof Nummer 23. Der jüngere Sohn Heinrich "junior" erhielt den Hof Nummer 24. Heinrichs Großneffe Ludwig (Justs Enkel) und seine Familie zogen ebenfalls mit in die Kolonie Weizenfeld und erhielten den Hof Nummer 15. Während der nächsten 7 Jahre starben beide Eltern (Heinrich "Herr" und Anna Maria) in Weizenfeld (siehe Zensus von 1857 für die Kolonie Weizenfeld.
1857 ging auch Heinrichs mittlerer Sohn Johannes in die benachbarte Kolonie Rosenfeld (über den Fluss) (siehe Zählung von 1857 für die Kolonie Rosenfeld).
Nun lassen wir alle anderen Verwandten aus dem Spiel und konzentrieren uns wieder auf unseren direkten Zweig. Ich habe von Igor Pleve das Familienbuch von 1874 erhalten, in dem nur Heinrich "junior" (1806) als Familienoberhaupt und seine Nachkommen aufgeführt sind. Wie bereits erwähnt, wurde Heinrichs zweiter Sohn Heinrich "junior" zu Ehren seines Vaters und Großvaters ebenfalls Heinrich genannt. Nennen wir ihn "Enkel". Heinrich "Enkel" wurde 1835 in Krasny Jar geboren und zog im Alter von 15 Jahren mit seinen Eltern und Großeltern nach Weizenfeld.
Etwa 4-5 Jahre werden vergehen und der junge Heinrich wird Marguerite Elisabeth Weinberger heiraten, die zum Zeitpunkt der Hochzeit 19 Jahre alt sein wird. Wer ist sie also - die schöne Fremde Marguerite Elisabeth? Dazu müssen wir uns ein wenig in Raum und Zeit bewegen - an den Anfang des 19. Jahrhunderts in die Schultzkolonie zur Familie von Georg Weinberger.
Georg war das einzige männliche Mitglied der Familie Weinberger, das überlebte und Nachkommen in der männlichen Linie zeugte. Über das Schicksal seines älteren Bruders Heinrich ist leider nichts bekannt, und seine Eltern waren Ende des 18. Jahrhunderts bereits verstorben.
Georg hatte viele Enkelkinder. Einer seiner Enkel namens Martin (*1812) zog 1847 in die Kolonie Weizenfeld und war unser direkter Vorfahre. Ein anderer Enkel, Gottfried (*1809), blieb in Schultz, heiratete und hatte 1836 eine Tochter namens Margarete Elisabeth Weinberger, die Martins Großnichte war (siehe die Zählung von 1850 für die Kolonie Schultz). Heinrich "Enkel" und Margarete hatten insgesamt 10 Kinder - 6 Jungen und 4 Mädchen. Das siebte war Johann Michael (*03.04.1869), der Vater unserer Großmutter und unser Urgroßvater.
Er wurde 1890 in die russische Armee eingezogen und kehrte als Gefreiter der Reserve aus dem Dienst zurück. Im Jahr 1896 heiratete er Maria Elisabeth Weinberger aus Gnadendorf. Der Name des Vaters der Braut, Johann Jakob Weinberger aus Gnadendorf, ist im Heiratsprotokoll des jungen Paares eingetragen. Geht man davon aus, dass nur Martins eigener jüngerer Bruder Johann Georg Philipp aus Weitzenfeld 1856 von der Kolonie Schulz in die Tochterkolonie Gnadendorf gezogen ist (siehe Zählung von 1857 für die Kolonie Gnadendorf), muss Maria Elisabeth seine direkte Nachfahrin gewesen sein. Einen genauen Beweis dafür kann ich leider nicht erbringen. Zu der Zeit, als Philip Weinberger nach Gnadendorf zog, hatte er bereits 6 Kinder - 3 Jungen und 3 Mädchen und keiner der Jungen hieß Johan Jacob. Die einzige schwache Version ist die mögliche Geburt eines weiteren Sohnes Johan Jacob in den Jahren 1956-57m, der im Alter von 18-19 Jahren (1874-75) geheiratet haben könnte und im Oktober 1875 eine Tochter Maria Elisabeth hatte.
Aber im Prinzip ist das nicht so wichtig. Meine anfänglichen Befürchtungen einer Linienheirat in direkter Linie von Martin Weinberger haben sich nicht bestätigt. Selbst wenn man das obige Beispiel nimmt, könnte Johann Michael schlimmstenfalls seine dritte Tante geheiratet haben. Die Ehe seines Vaters - mit Margarete Weinberger - ist das sechste Knie (siehe Weinbergers mütterliche Linie von Sophia Simon). Das ist in Ordnung.
Johan Michael und Maria Elisabeth hatten 9 Kinder. Leider starben fünf von ihnen als Säuglinge oder im Kleinkindalter. Nur vier Kinder haben keinen Sterbeeintrag in den Kirchenbüchern (siehe Metrikbücher):
Über das Schicksal von Elise, der älteren Schwester der Großmutter, wissen wir nur, dass sie mit dem Nachnamen Kraft verheiratet war. Was aus Johannes und Katharina wurde, kann ich nicht sagen. Die Geburtseinträge im Weitzenfelder Kirchenbuch reichen nur bis 1918 zurück, die Sterbeeinträge bis 1914.
Über das spätere Schicksal unserer Großmutter Sophia Simon habe ich im Zusammenhang mit der Weinberger-Familiengeschichte geschrieben.
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